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Vordere Burgruine

Die grösste und bedeutendste der drei Burgen liegt ganz im Norden auf dem vorgeschobenen Felssporn. Von hier aus können Sie den Verlauf des Rheins sowie die Nord-/Süd-Route (sei dies der meistbefahrene Autobahnabschnitt der Schweiz) oder den Eisenbahnverkehr) mühelos einsehen. Eindrücklich ist die strategisch ausgesprochen gute, gar phänomenale Lage.

Die Fernsicht östlich, das heisst rheinaufwärts ins Baselbiet, das nahe Fricktal sowie nördlich auf Grenzach-Wyhlen bis Laufenburg respektive in die offene Rheinebene des Dreiländerecks faszinieren immer wieder aufs Neue.
Grobe, unsanfte Steinbruchtätigkeit (N) und seit 1933 unwissenschaftliche Grabungen zerstörten Teile der Anlage. Gut erhalten ist die Umfassungsmauer im Osten mit gut erhaltenem Bossenquaderwerk aus dem 12. und Mauerwerk aus dem 13. Jahrhundert. Die beiden quadratischen Türme sind vermutlich noch älter, 10./11. Jahrhundert. Diese konnten nur noch andeutungsweise rekonstruiert werden. (Bossenquader in der Fotogalerie).
Im Süden wurde durch Abgraben der Erde bis auf den Felsengrund ein künstlicher Turmgraben oder in der Fachsprache Halsgraben geschaffen. Im mittleren Teil der Ruine wurde später eine Filterzisterne (Sand/Kies) erstellt. Dies lässt vermuten, dass ein “Aushungern” wohl ausgeschlossen werden konnte. Zu seiner Zeit eine sehr neue Methode und rasch adaptiert.
Der Hocheingang im Osten ist nur noch symbolisch erkennbar, dank des rekonstruierten Torbogens (siehe Bild). Der Zugang respektive Hocheingang ein Projekt der Gesellschaft pro Wartenberg. Leider kann die Burg heute nur über die künstlich angelegte Treppe im Westen betreten werden, was einem nicht gewesenen Hintereingang entspricht. Die pompöse Erscheinung ist somit praktisch verloren.
Die Keramikfunde weisen auf eine Besiedlung von spätkarolingischer Zeit bis in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts. Vermutlich ein alte Gaugrafenburg, die alsdann infolge Nichtbenützung verfiel.